31.05.07

Gedanken zur Bergkirchweih

An diese Geschichte muss ich jedes Mal denken, wenn ich zur Bergkirchweih gehe.

Die Eltern meiner besten Freundin hatten ein Kettenkarussell. Ich habe sie darum sehr beneidet. Jedes Jahr, wenn in Linz der Urfahranermarkt stattfand, habe ich mich stundenlang an den Ständen herumgetrieben und bin meinen Träumen nachgegangen, auch mal zum fahrenden Volk zu gehören. Allerdings wollte ich Puppenspielerin werden. Selbstverständlich keine normale Puppenspielerin. Es sollte was Modernes, Aktionistisches, irgendwie Avantgardistisches mit viel Blut und Schlagzeug werden – kurzum, ich war ein überspannter Teenager.

Außerdem wollte ich unbedingt mal durch das Kettenkarussellmikrophon sprechen dürfen.

Es war der kürzeste Ansagejob meines Lebens.

Mit dem Gedicht zitiere ich übrigens Konrad Bayer, einen österreichischen Avantgardedichter und einen meiner Jugendhelden. Zu dieser Zeit war er allerdings bereits tot. Ich hatte dennoch kein Konrad Bayer T-Shirt, sondern eines von den Cramps. Die leben auch heute noch.

Posted by L9 at 15:30 | Comments (9)

29.05.07

Dieser ewige Hang zum Morbiden


Posted by L9 at 17:47 | Comments (6)

25.05.07

Brottrock

Wirklich sehr gefreut habe ich mich über diesen Beitrag.
Abgesehen davon, dass ich Zündfunk seit nunmehr 20 Jahren äußerst gerne höre, werde ich als kreativer Kopf und Lokalmatador in einem Atemzug mit unserem Erlanger DJ-Helden Matjes genannt.

Außerdem sei ich brottrock. Was auch immer das ist, es klingt äußerst interessant. Eine Mischung aus Rock und B-Picture mit einem proll-pottigem Touch. So wollte ich schon immer wahrgenommen werden.

Bei nochmaligem Nachlesen festgestellt: Martin Schano meint brot-trocken, nicht brott-rocken.

Herzliche Grüße an Blue Skys Wasserschi-eber.

Posted by L9 at 18:09 | Comments (8)

Birthday

Vor genau 4 Jahren habe ich hier meinen ersten Eintrag getätigt und gestern dann den Tiefpunkt meines Bloggerlebens erlebt. Einmalige Bloggerazzi-Chance beim Bieranstich. Familie Stoiber, Herr Söder, Claudia Roth und Elke Sommer schreiten an mir vorbei. Ich zücke blogprofessionell die Kamera und stelle fest, dass die SD Karte im Computer zuhause steckt.

Ein Handy-Bild unserer Erlanger Diva konnte ich dennoch ergattern.
Verschwommener GLANZ vergangener Zeiten.

elke.jpg

(4Gaga)

Posted by L9 at 10:31 | Comments (9)

23.05.07

Hehe

Ich habe jetzt auch einen Shop!

Rechtzeitig zur Bergkirchweih 2007 gibt es das Krugmotiv als T-Shirt.

Jetzt schon ab € 12,90!

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Gerade eingerichtet. Ich werd jetzt mal schauen, wie das Ding in der Realität aussieht (eben bestellt). Wenn es hübsch ist, geb ich Bescheid! Natürlich könnt ihr es auf eigenes Risiko bereits jetzt bestellen.

Nachtrag
Wenn jemand einen ganz bestimmten Motiv-/Produktwunsch hat, zum Beispiel eine Blasenkathedertasse (habe ich mal welche von Sabine von der Elternrunde bekommen), Mail an mich bzw. Kommentar!! Eine Wunschäußerung verpflichtet selbstverständlich nicht zum Kauf.

Posted by L9 at 09:29 | Comments (10)

21.05.07

Brain Refresh

Normalerweise bin ich ja leicht hyperaktiv veranlagt.

Dennoch habe ich es dieses verlängerte Wochenende geschafft, einfach mal nichts zu tun. Kein Internet, kein Comiczeichnen, keine anderen aktiven Aktivitäten. Einfach nur die Seele baumeln lassen, ein klein wenig Fitnesstudio, spazieren gehen, lesen, endlich wieder ein paar Folgen Kampfstern Galactica, mit dem Lieblingsclub mitleiden, Biergarten, alles in allem - Hirn ausschalten.

Es hat so gutgetan.


Posted by L9 at 08:22 | Comments (6)

15.05.07

Städtequiz

Bin mal wieder unterwegs. Leider viel zu kurz, um wirklich was von diesem wunderschönen Land und dieser wunderschönen Stadt mitzubekommen.
Dennoch Zeit für ein kurzes Quiz.


Ich befinde mich in einem Land, in dem (von links nach rechts) auf dem Fensterbrett des Hotels ein Abziehbild mit der Richtung nach Mekka klebt, im Schrank ein Gebetsteppich zu finden ist und auf dem Geld ein Porträit von, öööhm, Boris Karloff (oder jemandem, der ihm ähnlich sieht). Auf der Strasse sieht man dennoch weniger Damen mit Kopftuch, als in Wien (rechts unten, das ist in Wien).

Selbstverständlich weiß ich, wer den Geldschein ziert, gell!! Aber das würd die Sache doch allzu leicht machen.

So ich muss sausen, jetzt gehts zum abendessen!!

Zur Erleichterung:
Blick von der Frühstückssterasse.

Posted by L9 at 17:34 | Comments (5)

14.05.07

Prinzessinnen

Wenn ich auch keine Radikalemanze war, so war mir dennoch bereits frühzeitig bewußt, dass nur die absolute Gleichbehandlung im frühen Kindesalter der Emanzipation nachhaltigen Erfolg bescheren würde.

Meinen Bruder konnte ich ausreichend beeinflussen.

Nur meine Nichten spielen da nicht richtig mit.

Die beiden sind ganz einfach "natural born princesses".

O Ton zu diesem Bild:

"Ich mal jetzt zwei Prinzessinnen. Hmm - ich denke ich sollte auch noch Männer dazu malen. ok."

Es folgen zwei schemenhafte Gestalten. Die Männer.

"Der eine Mann gibt der großen Prinzessin einen Handkuss. Der andere Mann ist in die kleine Prinzessin verliebt." (Man beachte die Denkblase (!) mit Herzerl).
"Die Prinzessin liebt den Mann nicht. Aber er darf sie trotzdem küssen".

Ich habe Tränen gelacht. Die Jungs weniger.

Posted by L9 at 10:57 | Comments (6)

08.05.07

Abarbeitung von Kettenbriefaufforderungen

Nummer eins kommt vom hochgeschätzten Pyrolator, wegen dem ich fast geneigt bin, am 23.5. nach Würzburg zu fahren.

Also gut, Stock 1: Tanz den Gummitwist (der ist allerdings vom Plan):

Was war Deine erste “echte” PC-Hardware?
(Super Seite übrigens: Old Computers)

Richtig gearbeitet habe ich erstmals an einem Apple II, der gehörte der Uni. Mein erster eigener „PC“ war ein Sharp 1500. Ich war stolz wie eine Schneekönigin, wollte sofort eine Matritzenberechnung programmieren - bloß 10 Zeilen und 10 Spalten – und habe das Ding „gesprengt“. Out of memory – typisch für mich.
Ein klein wenig später wurde der erste Computer mit Maus vorgestellt, auf der Ifabo. Der Rechner hieß Lisa, das machte ihn mir sympathisch, die Maus hat mich allerdings enttäuscht.

Deine erste Anwendung, welche Du benutzt hast?

Ein äußerst eigenartiger Editor und ein Pascal Compiler.

Dein erstes Spiel?
Auch auf dem Apple II – ein Adventure Game. Grün auf schwarzem Hintergrund. Man gab Befehle in die Befehlszeile ein, und irgendwann mal stand man im Wald – im wahrsten Sinn des Wortes. Der Wald bestand aus grünen Dreiecken, die aus Zeichen geformt waren.

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Eindeutig Tannen.
Mein erstes Suchtspiel war Tetris.

Hattest Du von Anfang an Spaß an der Materie?
Ja

Seit wann bist Du online, und mit welchem Anbieter?

Erste „Chat“-Erfahrungen 1987. Da genoss ich eine Vorlesung von Zelko Wiener. Gerade nach ihm gegoogelt und schockiert feststellen müssen, dass er nicht mehr lebt.
Wir waren verbunden mit einer Kunstakdemie in Frankreich und sollten digitale Bilder austauschen, die wir vorher am MAC erstellt hatten. Leider funktionierte das alles nicht, deshalb haben wir die Bilder auf Disketten via snailmail verschickt. Online haben wir uns dann über die Ergebnisse unterhalten. Mein französischer Chatpartner hat es gleich mal mit Cybersex versucht, was mir sehr unangenehm und peinlich war.
Richtig Online bin ich seit 1993. Vorher irgendwelche Newsgroups, danach Compuserve (ab 1995 glaube ich).
Was ich aus diesen Erfahrungen gelernt habe?
1) Medien, die sexkompatibel sind, setzen sich offensichtlich durch.
2) Apple vs. IBM/Microsoft: Es bringt wenig, sein Equipment an Universitäten zu verschenken in der Hoffnung, die Absolventen bringen es dann in die Firmen. Besser ist es, gleich in den Firmen anzufangen in der berechtigten Hoffnung, die Bürohengste nehmen es dann mit nach Hause und so in den Privatmarkt.

Stock 2: Blogpraxis

Die paar Fragen zum Blog vom Cappellmeister

Quellen

Lesen
Im Moment leider viel zu wenig.

Blogsystem
Moveable Type

Schreiben
Hauptsächlich Zeichnen. Erfahrung daraus: Zeichnen beansprucht andere Hirnbahnen als schreiben. Wenn ich die Bilder unmittelbar nach dem Zeichnen hochlade und dann mit Text ergänze, muss ich mich richtig umstellen, hirntechnisch.

Stock 3: 4444

Dieses uralte Stöckchen vom Schnitzelmeister (ja, ich werde auch den Tag 100 von Louis noch zeichnen!)

4 Jobs, die du in deinem Leben hattest
Postverteilerin
Thekenschlampe
Bilderaufpasserin in einer modernen Galerie in Wien
Programmiererin

4 Filme, die du immer wieder anschauen kannst
Und täglich grüßt das Murmeltier
Wave Twisters (The dominating force is sound).
The Lunatic
Half Baked

Das hat übrigens nicht mit der subjektiven Qualitätseinschätzung dieser Filme zu tun, sondern ist eine ehrliche Aufzählung der Filme, die ich mir tatsächlich schon etwas öfter angesehen habe. Spricht vielleicht nicht unbedingt für meine Intelligenz, aber was soll ich machen.

4 Orte, an denen du gern gewohnt hast
Linz, Kapuzinerstrasse, schönste Wohnung überhaupt
Wien, Glockengasse, Chaos WG
Wien, Goldschlagstrasse, meine erste eigene Wohnung, Zimmer, Küche, Klo am Gang
Erlangen mitten im Kneipenviertel

4 TV-Serien, die du gerne anschaust
Lindenstrasse (nicht gerne sondern reingestolpert)
Tatort
Voyager (ist ja leider aus, war aber meine liebste Enterprise)
Alles andere müsste ich mir jetzt aus den Fingern saugen.
Doch: Simpsons, Southpark.

4 Plätze, in denen du im Urlaub warst
Chile und Rapa Nui
Finnland
Korsika
Helgoland

4 Webseiten, die du täglich besuchst
Es gibt Tage, da besuche ich gar keine Webseite. Glaubt man kaum.

4 deiner Lieblingsessen
Larb Gai
Rindsuppe
Parmesanpudding
Vietnamesische Herbstrollen, selbstegerollt mit vielen Kräutern

4 Plätze wo du gerne im Augenblick sein möchtest
Auf einer Schipiste
Im Im Delta-Quadrant
Zuhause (da geh ich jetzt auch gleich hin)

4 Blogger, denen du das Stöckchen weitergibst

Auf jeden Fall:
Reddaisy

ansonsten nehme ich jetzt einfach die letzten 8 Kommentatoren, die auch ein Weblog haben:
Ole
Flávio
Nömix
Croco
Foxbow
Saxi
Kaltmamsell
Senderin


Sind mehr als 4, weils ja auch mehr Stöckchen waren.
Nehmt euch einfach das Thema, das ihr gerne habt!

Posted by L9 at 18:02 | Comments (6)

02.05.07

Kutteln, Schlangen und Szechuangewürze

Ich bin Euch ja noch ein paar chinesische Essenseindrücke schuldig.
(Kleiner Nachtrag, ein Bild vom vorletzen Chinaaufenthalt:

Es gibt meiner Erfahrung nach kein anderes Land in der Welt, in der das Essen einen solch hohen Stellenwert genießt wie in China. Die Leute lieben es zu kochen, die Leute lieben es, essen zu gehen. An jeder Strassenecke gibt Restaurants und an der Strasse selbst Garküchen und Strassenhändler.

Völlig egal, ob man jetzt in ein edles und teures Restaurant mit vergoldeten Gipspferden geht oder in ein studentisch angehauchtes Lokal im Kommunistenschick, die Auswahl ist meist gut und vielfältig. Richtig schlecht habe ich nie gegessen, nur in der Kantine.

Auf dem Plakat rechts steht übrigens so etwas wie "wir werden Taiwan auch noch bekommen", im Lokal selbst bedienten Menschen im Tarnanzug mit Maosternkappen. War aber eher als Gag gedacht und nicht ernst gemeint, wie mir mein Kollege versicherte.

Zu Beginn steht die Speisenauswahl. Glücklicherweise bieten viele Restaurants Fotokarten an oder aber man kann sich am Buffet die Speisen noch lebend zusammenstellen bzw. anhand von Speiseatrappen wählen. Apropos Speiseatrappe, da hatte ich ja beim letzten Chinaaufenthalt diesen peinlichen Faux-pas.
Damit ist es jedoch nicht getan. Kein Chinese würde einfach so bestellen. Bevor man wählt, wird jede Speise mit der Bedienung diskutiert. Was da genau besprochen wird, hat sich mir nicht erschlossen, aber es ging wohl um die Art der Zubereitung, die Herkunft der Gewürze und um sonstige geheimnisvolle Dinge.

Im Lokal mit dem Goldpferd gab es übrigens Schlange, auch die konnte man sich noch im lebenden Zustand aussuchen.

Nachdem die Kollegin, die mir damals das Schlangenrezept gab, auch dabei war, wurde natürlich Schlange geordert. Endlich sah ich, wie Schlange korrekt zubereitet aussehen muss. Links oben: Schlange zum abnagen, rechts oben: Schlangenhaut.
Links unten: Huhn mit Kopf, rechts unten: Kutteln (die waren übrigens hervorragend, sind auf der Zunge zergangen).


Das waren aber auch schon die einzigen etwas gewöhnungsbedürftigen Speisen.
Was unten links etwas eigenartig aussieht, ist ein halber Kürbis, rechts daneben Esel in Gelee, unten eine Art geräuchertes Schwein, genial gewürzt, und daneben eine Mischung aus Mangold und Blattspinat.


Unter anderem war ich auch einmal in einem hervorragenden Szechuanlokal. Besonders gut war ein in gewürztem Öl herausgekochter Fisch. Er wird serviert in einer Schüssel, die mit original Szechuangewürzen bedeckt ist. Sieht zwar aus wie Chili, schmeckt auch scharf, hat aber irgendwie noch eine Art paprikageräucherten Beigeschmack. Und durch die Kügelchen bekommt das ganze noch eine weitere Art von Schärfe dazu, eine wacholdige? rotpfeffrige? halbfruchtige? zitronige? ich kanns nicht beschreiben - aber auf jeden Fall Schärfe. Der Kellner schöpft dann die Gewürze ab, übrig bleibt der Fisch im Öl. Man kann den dann einfach aus dem Öl herausholen und essen. Auch hervorragend waren die in Szechuan-Gewürzen panierten Schweinerippchen. Ich habe mir jeweils eine Tüte Gewürze mitgenommen und bereits ausprobiert.


Schön in China ist, dass man immer gemeinsam isst. Die Speisen kommen in die Mitte, jeder nimmt sich, was er will. Ein wenig gewöhnungsbedürftig mag sein, dass die Leute die Speisen direkt von der "Vorlegeplatte" in den Mund befördern. Das spärliche Geschirr, das man bekommt, dient eher zum Abtropfen der Sosse, zum Zwischenlagern von Nudeln und zur Ablage der Knochen. Reis habe ich in den zwei Wochen nur einmal beim Japaner gegessen.

Und hier noch eine Speiseauswahl.



Posted by L9 at 19:18 | Comments (8)

01.05.07

Kirchenarchitektur

Was wenige wissen und vielleicht manche erstaunen wird: ich gehe sehr gerne in die Kirche. Allerdings irritiert mich bisweilen die Kirchenarchitektur. Seit Kindesalter bin ich im Innersten davon überzeugt, dass Altäre grundsätzlich unterm Kirchturm stehen und Kirchtürme die Funktionalität von Gebetsverstärkern haben.

Das stimmt aber nicht. Kirchtürme beherbergen die Kirchentür und der Altar befindet sich eigenartiger Weise am niedrigen Ende des Gebäudes.

Auch das mit dem Kirchenchor und der Orgel ist eigenartig. Diese Musik kommt nämlich, zumindest in unseren Regionen, meist von hinten.

Naja, sie ist ja auch nicht direkt fürs Kirchenpublikum bestimmt.

Übrigens: schöne Musik von hinten gibts demnächst wieder in der Altstädter Dreifaltigkeitskirche. Veranstaltet vom Bachverein Erlangen.
Samstag, 5. Mai 2007, 20:00
Elias von Felix Mendelsohn-Bartholdy

Ich werde es leider versäumen, weil ich zu diesem Zeitpunkt in Wien bin.

Posted by L9 at 17:27 | Comments (12)