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16.05.06Die letzte UnterhoseJeder hat so seine letzte Unterhose. Diejenige, die man solange aufhebt, bis alle andernen aufgebraucht sind. Die man dann zähneknirschend anzieht und sich denkt - jetzt ist es allerhöchste Zeit, mal wieder die Wäsche zu waschen. Meine letzte Unterhose ist fliederfarben und hat bunte Zwerge aufgedruckt.
Neulich war es mal wieder soweit, die letzte Unterhose war dran. Es war ein Samstag, und die Chance ins Krankenhaus eingeliefert zu werden war gering, weil ich Autos besichtigen wollte. Im piekfeinen BMW Autohaus.
Ich hatte mich deswegen präpariert, Fachausdrücke auswendig gelernt, um es den Typen dort so richtig zu zeigen. Ich mein ich kenn mich aus mit Autos, aber wie.
Ich glaube ich bin kreuz und quer durch den bevölkerten Verkaufsraum gelaufen. Zu jedem Modell haben wir unsere Kommentare abgelassen, meine Zwerge und ich. Dass ich im Freien stand, ist mir erst auf der vielbefahrenen Strasse aufgefallen, wo ein angenehm kühler Wind meinen Oberschenkel umschmeichelte.
Ich glaube in diesem Autohaus kann ich mich nie wieder blicken lassen.
Posted by L9 at 16:06
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07.11.05HolzheizerEndlich der elterlichen Behütung entflohen trieb ich mich ein paar Jahre meines Lebens in abenteuerlichen Wohngemeinschaften herum. Natürlich hatten wir alle kein Geld und die Wohnungen, die wir bewohnten, waren äußerst karg ausgestattet. Das Vorhandensein einer Heizung war Luxus. Meist wurde durch Beklopfen der Wände ein Kamin gesucht und ein Kanonenofen, den irgendjemand von irgendeinem Flohmarkt oder vom Sperrmüll mitgebracht hat, angeschlossen. Kanonenöfen sind übrigens ziemlich schwer. Ein Ofen alleine macht jedoch noch lange nicht warm. Heizmaterial war nicht nur teuer sondern vor allem umständlich zu beziehen. Das etappenweise Kaufen von 20 Liter Kohlesäcken "Wer holt die nächste Kohle" inklusive Anfahrtweg mit Strassenbahn und Schleppen in den 5. Stock führte dazu, dass wir manchem Winter in der WG-Küche am offenen Gasherd verbrachten. Alles in allem war dies letztendlich teuer als die Kohleliefergebühren, daher beschlossen wir eines Jahres auf das unverschämt günstige Angebot eines Waldviertelbauerns zurückzugreifen. Holz für einen ganzen Winter inklusive Lieferung frei Haus für sagen wir 1500,- Schilling. Frei Haus hieß leider "vor die Haustür". Der Holzmann kippte uns seine Lieferung mitten in Wien im 6. Bezirk in der Garbergasse vor die Füße. Abgesehen davon, dass wir einen mittleren Stau verursachten, war uns ursprünglich garnicht klar, wieviel "Holz für einen Winter" ist. Wir hatten garkeinen Platz für soviel Holz.
Aber wir waren kreativ, schließlich war einer unserer Mitbewohner an der Angewandten (= Hochschule für angewandte Kunst). Wir haben das Holz im Wohnzimmer an die Wand gestapelt und deklarierten das ganze als neuesten Wohnstil. Sogar der Wohngemeinschaftshund war fasziniert.
Leider haben wir nicht bedacht, dass Holz arbeitet. Es dauerte daher nicht lange, und der ganze Stapel fiel wieder um
Wir waren zu faul, alles wieder aufzustellen, deshalb deklarierten wir den Stapel als nächsten Schritt in Richtung Avantgarde und verbrachten den Winter dann doch wieder in der WG-Küche.
Und wenn mich nicht alles täuscht hat der kunstbewegte Mitbewohner den Stapel als Klassenarbeit zum Thema "Rauminstallation" abgegeben.
Posted by L9 at 20:19
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05.09.05SchaulaufenIn unserer Stadt gibt es ein sehr schickes Cafe. Ich sitze da gerne, weil man so gut die Leute beobachten kann, die auf der Strasse vorbeilaufen. Weniger gerne laufe ich selbst an diesem Cafe vorbei. Einmal ist mir ein besonders peinliches Mißgeschick passiert. Ich mußte im Anschluß meine Kleidung im Hof mit dem Gartenschlauch reinigen. So konnte ich nicht mal mehr in meine die Wohnung gehen.
Posted by L9 at 07:09
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19.08.05VerfrühstücktIn der Früh bin ich nicht nur abwesend, sondern auch absolut unausstehlich. Das hat damit zu tun, dass ich ein Mensch bin, der Mißgeschicke anzieht.
Wenn ich also soweit bin, das Frühstück zu beginnen, habe ich im Durchschnitt bereits 10 - 15 Mißgeschicke hinter mir. Der Badezimmerschrank ist mir auf den Kopf gefallen, mein Make-up nach Sturz pulverisiert. Das Pulver des Kaffees liegt auf dem Küchenboden, ganz bestimmt ist die Milch beim Einschenken mit einem Schwapp aus der Tüte neben der Tasse gelandet und wenn meine Strumpfhose nicht schon beim Anziehen eine Laufmasche bekommen hat, dann spätestens beim Hinsetzen. All dies frißt Zeit, die mir dann fürs eigentliche Frühstück fehlt. Das heißt: ich trinke schnell eine Tasse Kaffee, schnapp mir einen Apfel und mach mich auf die Socken in die Arbeit. An Feiertagen und im Urlaub sieht das Leben dann schon freundlicher aus.
Die Freude hält leider nicht lange an, weil die Glasscherbe vom Vortag wartet und sich aggressiv und todesmutig in meinen Fuß bohrt.
Ab da habe ich meine gewohnte Laune wieder. Der einzige Unterschied: Ich habe Zeit und kann daher in Ruhe und böse vor mich hingrummelnd meinen Kaffee schlürfen.
Posted by L9 at 18:00
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17.11.04KFZ-Schadensmeldung/UnfallberichtDatum: ein grauer Tag im November 2004 Unfallskizze
Unfallschilderung: Beim Ausparken an die Parkhaussäule geschrammt. Sichtbare Schäden: Ja PS: Ein Comic, das keiner nachstellen sollte.
Posted by L9 at 08:20
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11.08.031A PferdekutschenkonstruktionNormalerweise bin ja ich die Konstrukteurin in der Familie. Einmal hat jedoch auch den
Heimlich habe ich es dann trotzdem ausprobiert.
Leider hat sich die Konstruktion in der Scheibenwaschanlage verfangen.
Bei strahlendem Sonnenschein mit Scheibenwischern auf Maximum - abschalten ging nicht mehr, weil der Hebel fehlte - bin ich dann kleinlaut in die Autowerkstatt gefahren. Das Ganze hat 187,- € gekostet.
Posted by L9 at 16:57
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